Abduktion
Der menschliche Körper & Grundbegriffe
Als Abduktion bezeichnet man in der Anatomie eine Bewegung, bei der sich eine Gliedmaße oder ein Körperabschnitt von der Körpermittellinie entfernt.
Sie erfolgt in der Frontalebene um eine sagittale (anteroposteriore) Achse.
Der Begriff leitet sich vom lateinischen ab („weg von“) und ducere („führen“) ab.
Das seitliche Anheben des Arms vom Rumpf oder das Abspreizen des Beins im Stand sind typische Beispiele; die Gegenbewegung heißt Adduktion.
Wichtige Abduktoren
Im Schultergelenk ist der mittlere Anteil des Musculus deltoideus der wichtigste Abduktor; der Musculus supraspinatus wirkt vor allem im Anfangsbereich der Bewegung mit.
Im Hüftgelenk führen der Musculus gluteus medius, der Musculus gluteus minimus und der Musculus tensor fasciae latae den Oberschenkel nach außen.
An den Fingern spreizen die Musculi interossei dorsales die Finger auseinander.
Biomechanik und Funktion
Die vollständige Abduktion des Arms bis etwa 180 Grad wird nicht allein im Schultergelenk erreicht, sondern erfordert die Mitbewegung der Scapula (Schulterblatt); dieses Zusammenspiel heißt skapulohumeraler Rhythmus: Auf etwa 2 Grad Armbewegung kommt ungefähr 1 Grad Aufwärtsrotation des Schulterblatts.
Der Musculus serratus anterior und der Musculus trapezius erzeugen diese Rotation.
Um den vollen Bewegungsumfang zu erreichen, muss der Arm zudem leicht in Außenrotation gehen, damit das Tuberculum majus des Humerus nicht am Acromion anstößt.
An der unteren Extremität besteht die wichtigste Aufgabe der Hüftabduktoren darin, das Becken im Einbeinstand zu stabilisieren – etwa bei jedem Laufschritt.
Anwendung in Sport und Training
Das Seitheben
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